WordPress 5.0 – Gutenberg

WordPress 5.0 - Gutenberg kommt!

 

(Wenn Du keine Zeit hast, diesen langen Artikel zu lesen, dann lies zumindest dies: Was Du tun kannst, um Dich auf WordPress 5.0 vorzubereiten)

Mit dem WordPress-Update 5.0, welches voraussichtlich im April bereitgestellt wird, kommt eine Neuerung, die sich nicht übersehen lassen wird: Der Gutenberg-Editor.

Dass der neue Gutenberg-Editor zukünftig kein freiwilliges PlugIn sein wird, sondern sich tief ins System verankert, stößt nicht überall auf Gegenliebe. Die Angst, dass viele PlugIns mit dem neuen System Probleme bekommen könnten ist groß. Nichtsdestotrotz möchte ich eine Lanze für das Update brechen, denn es bereitet uns auf die Zukunft vor.

Mit Blöcken zu mehr Freiheit

Das erste, was ins Auge springt, ist die neue Optik, die einerseits sehr aufgeräumt wirkt, aber andererseits auch nicht mehr so intuitiv ist. Alle Menüs und Felder sind erst einmal fein säuberlich versteckt und verstaut, bis Du sie benötigst. Du solltest Dir also zu Anfang unbedingt die Zeit nehmen “in alle Schubladen” zu gucken, was WordPress dort für Dich bereithält. Die Art und Weise, wie Du in Zukunft Deine Artikel schreiben wirst, wird sich grundlegend ändern.
Johannes Gutenberg Erfindung der beweglichen Lettern ermöglichte es, kleine Module (Buchstaben) zu größeren Inhalten (Wörter, Sätze, Seiten) flexibel zusammenzubauen.
Genau diese Flexibilität wird WordPress mit seinem Gutenberg-Editor auch einführen. Das Zauberwort heißt hier: Block.

WordPress 5.0 - Gutenberg kommt!

Deine Freiheit – Deine Ordnung

Alle Elemente, die Du in Deinem Artikel verwendest (Überschrift, Text, Bild, Video, Zitate und auch Widgets und Shortcodes!) werden mit Gutenberg in einzelne Blöcke verpackt und das Aussehen jedes einzelnen Blocks kann von Dir beeinflusst werden. Damit gibt Dir der Gutenberg-Editor unheimlich viel Freiheit und Gestaltungsspielraum. Doch genau diese Freiheit kann für User, die weder Webdesigern noch Entwickler sind, auch zum Problem werden. Konnten sie bisher einfach ihren Artikel schreiben, ein paar Bilder einfügen und fertig, so können sie jetzt – beabsichtigt oder unbeabsichtigt – das Seitenlayout komplett auf den Kopf stellen.

Freiheit muss aber nicht gleichbedeutend mit Chaos sein. Hast Du erst einmal herausgefunden, wie man einzelne Blöcke speichern und immer wieder verwenden kann, fängt das neue WordPress-System an Spaß und Sinn zu machen und das Arbeiten tatsächlich zu erleichtern. Leg Dir Templates an, die Du für verschiedenen Artikeltypen immer wieder verwenden kannst! Und falls Du Webdesigner bist: Leg Templates für Deine Kunden an! Damit können sie sich noch genauer an ein abgestimmtes Layout halten, als es bisher möglich war.

Anlass zur Freude gibt auch die Möglichkeit, in den Blöcken zukünftig Widgets unterzubringen. Eine Erleichterung, die weitere Layoutfreiheiten mit sich bringt und einen ganzen Schwung PlugIns überflüssig macht. Da diese dann redundanten PlugIns vermutlich nicht mehr upgedatet werden, solltest Du sie mit der Zeit auf Deiner Website identifizieren und Dich von Ihnen verabschieden. Positiver Nebeneffekt: Je weniger PlugIns, desto besser die Performance der Website.

Der Anfang vom Ende der WordPress-Themes?

Ob der vielen Möglichkeiten, die uns die Blöcke und Templates bieten, wird bereits heiß diskutiert, ob die Einführung des Gutenberg-Editors der Anfang vom Ende der WordPress-Themes ist. Da die mobilen Nutzer die Desktop-Surfer ja bereits zahlenmäßig überrundet haben, werden Themes vielleicht tatsächlich immer überflüssiger. Dann genügen Schriftarten, Farben und die Bildsprache, um die CI zu transportieren und die Qualität der Inhalte, um sich von den Mitwettbewerbern zu unterscheiden.

Was bedeutet Gutenberg für PageBuilder?

Wenn Du zu denjenigen gehörst, die bereits mit PageBuildern (Divi, Elementor, Beaver, Thrive etc.) arbeiten, dann habe ich eine gute und eine spannende Nachricht für Dich:
Die gute: Ja, der Gutenberg-Editor hat in der Tat große Ähnlichkeit mit den Elementen der gängigen PageBuilder und Du wirst Dich vermutlich schnell einarbeiten können.
Die spannende: Eine der größten Sorgen der WordPress-Community ist es zur Zeit, wie sich die bisherigen Websites, die mit Pagebuildern gebaut wurden, mit Gutenberg vertragen werden. Doch da diese Sorge so augenscheinlich ist und intensiv diskutiert wird, kann man davon ausgehen, dass auch die Gutenberg-Entwickler ihre Aufmerksamkeit darauf gerichtet haben.

Macht Gutenberg die bisherigen PageBuilder überflüssig? Meiner Meinung nach besteht diese Gefahr nicht so schnell. Im Gegenteil: Ich könnte mir vorstellen, dass die PageBuilder Wege finden auf Gutenberg aufzusetzen, um noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Ob sie das allerdings schon gleich mit dem Start von Gutenberg hinbekommen oder eine Nachbesser-Phase mit vielen Updates benötigen bleibt abzuwarten.

Mein persönliches Fazit:

Ich freue mich auf Gutenberg!
Ich gehe zwar davon aus, dass die erste Zeit mit viel Arbeit verbunden sein wird (Websites reparieren und/oder nachbessern, Umgang mit dem Editor lernen, Templates anlegen), aber die wird sich lohnen. Die Art und Weise wie wir Online-Inhalte konsumieren wird immer flexibler und vielfältiger. Es genügt schon lange nicht mehr, dass die Website nur am großen Desktop- oder Laptop-Monitor gut aussieht. Responsive Webdesign für Tablets und Smartphones ist schon lange Pflicht. Da ist es naheliegend für weitere Schritte in die Zukunft noch modularer zu denken, was WordPress mit den Gutenberg-Blöcken nun in Angriff nimmt. Langfristig könnten Website-Rahmen komplett verschwinden und es dem User überlassen sein, sich die Blöcke nach eigenen Vorlieben zu sortieren.

WordPress 5.0 - Virtual Display als Zukunftvision
Was Du tun kannst, um Dich auf WordPress 5.0 vorzubereiten:

  • Achtung!Voraussichtlich soll WordPress 5.0 im April ausgeliefert werden. Du musst aber nicht zu den ersten gehören, die es installieren. Wenn Du gerade keine Zeit hast, Dich mit den möglichen Konsequenzen auseinanderzusetzen, dann warte doch ein paar Wochen oder Monate. Vielleicht wurden dann in späteren Versionen die meisten Fehler bereits behoben.
  • Bevor Du es installierst: Mach auf jeden Fall nochmal ein frisches BackUp Deiner Website – man weiß ja nie!
  • Plane für dieses Update Zeit ein! Die wirst Du brauchen, um Deine Website auf Herz und Nieren zu prüfen und gegebenenfalls zu reparieren, bzw. anzupassen

Wenn Du eine Entwicklungsumgebung oder WordPress lokal installiert hast, dann installiere  Dir doch schon mal das Gutenberg-PlugIn und verschaffe Dir einen Eindruck, was auf Dich zukommt. Du solltest es aber nicht in live geschalteten Websites ausprobieren!
https://de.wordpress.org/plugins/gutenberg/


Einen optimistischen Eindruck von Gutenberg und seiner Zukunftsvision vermittelt dieses Video vom Wordcamp US 2017: “Gutenberg And The WordPress Of Tomorrow”

Zum Weiterlesen:
Introducing a new way to WordPress

 

WordPress 5.0 - Gutenberg kommt!